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 Greifbares, sinnlich Erfahrbares in virtuellen Realitäten

Der Wunsch, einen Schmuck der etwas anderen Art zu kreieren, ist nach wie vor das Credo moderner Schmuck-Designer. Kreativer, künstlerischer, näher am Menschen von heute und morgen soll er sein. Gleichzeitig greifbar, sinnlich erfahrbar sein, eine Aura des individuell Gestalteten, nicht Austauschbaren besitzen. Junge Schmuck-Designer von heute sind pragmatischer als viele ihrer Vorgänger, wissen sie doch um die Schwierigkeit, sich mit ihren Konzepten zu etablieren.

Bis in die 1980er Jahre rebellierten Schmuckgestalter noch gegen die konventionelle Denke im Goldschmiedehandwerk und in der Schmuck-Industrie. Die Schmuckwelt sollte mit intellektuellen Konzepten und unedlen Materialen verändert werden. Inzwischen ist es zu einer Annäherung gekommen. Schmuck-Designer von heute haben ihren Sinn für die Schönheit und Dauerhaftigkeit edler Metalle und Edelsteine wiederentdeckt. Eine kreative Gestaltung in Verbindung mit der Authentizität des Echten wird von vielen ambitionierten Manufakturen sehr geschätzt.

Die meisten modernen Schmuckateliers und Manufakturen entstanden erst in den 1980er und 1990er Jahren. Die Absolventen der Schmuckakademien produzierten in den 1990er Jahren anspruchsvolles und tragbares serielles Schmuck-Design und präsentierten es auf Fachmessen. Doch auch schon zuvor gewann, speziell im deutschsprachigen Raum, modernes Schmuck-Design an Bedeutung. Der künstlerische Unikat-Schmuck und das moderne Schmuck-Design sind durch Parallelen und überschneidungen gekennzeichnet. Auch durch die Entwicklung des sogenannten Autorenschmucks (beispielsweise Peter Skubic, Neue Sammlung München) hat im letzten Jahrzehnt eine Annäherung zwischen den Konzepten moderner Manufakturen und kleiner Schmuckateliers stattgefunden. Diese ähnlichkeit wird auch deutlich durch Schmuckgalerien, die beide Richtungen präsentieren.

Vorbild für den "deutschen Schmuckstil" mit klaren Formen und geprägt vom Minimalismus war das Produkt-Design und die Architektur nach den Idealen des Bauhauses, der Hochschule für Gestaltung in Ulm sowie die De Stijl-Bewegung in Holland. Vorreiter dieser reduzierten Formensprache waren Arbeiten von Schmuck-Künstlern wie Emmy von Leersum, Gijs Bakker, Reinhold Reiling oder Friedrich Becker. Zudem prägt ein kreativer Umgang mit Farbedelsteinen die Gegenwart. Neuartig geschliffene Edelsteine, ungewohnte Steinformen und Fassungen knöpfen an die avantgardistischen Gestalter des Art Déco der 1920er Jahre an. Klassisch geschliffene Edelsteine werden mit innovativen Formen und Materialien kombiniert und erhalten dadurch eine neue Aura. Expressive Oberflächen und skulpturale Formen spielen mit dem Schmuck als Skulptur, die eine formale Nähe zu bildhauerischen Werken aufweisen. Auch den klassischen Perlen verhelfen unkonventionelle Gestaltungsideen in den 1990er Jahren zu neuem Ansehen. Zudem gewinnen variable Schmucksysteme an Bedeutung. Schmuck wird als Spiel inszeniert, beliebig kombinierbar, für unterschiedliche Anlässe, für weibliche "Rollenspiele" und Trends der Mode. Die Trägerin wird zum aktiven Partner des Designers, indem sie seine Schmuckbausteine nach eigener Lust und Laune zusammenfügt.

Als Erinnerung an alte Traditionen und Mythen bringt das Schmuck-Design der Gegenwart neue Zeichen und Symbole hervor. Motive aus der Märchenwelt, Religiöses, fremde Kulturen sowie mittelalterliche Herrschaftsinsignien werden mit modernen Formen kombiniert und lassen, nicht selten gepaart mit Humor und Selbstironie, einen neuen Ausdruck entstehen. Nicht zuletzt dient der sogenannte Autorenschmuck dazu, ein Statement abzugeben und eine Botschaft für die Ästhetik des Künstlers zu transportieren, nicht selten verbunden mit der Lust an Provokation. Die Regel des Autorenschmucks besteht darin, dass es keine Regel gibt. Schmuck der Gegenwart geht zu Beginn des 21. Jahrhunderts auf die gesellschaftlichen Veränderungen ein, berührt und inspiriert weiterhin das Bewusstsein von Menschen.