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  Jugendstil  
 Ursprünge modernen Schmuck-Designs

Der Jugendstil hat seinen Ursprung in der von England ausgehenden Arts-and-Crafts-Bewegung. Diese Bewegung war eine Reaktion auf die maschinelle Massenfertigung während der industriellen Revolution, die mit einer Verelendung der Arbeiterschaft und sozialen Problemen einherging. Der Arts-and-Crafts-Bewegung, die ihre Blütezeit zwischen 1870 und 1920 hatte, ging es um eine kreative Gestaltung und sinnerfüllte Handarbeit als Gegenkonzept zur Massen- und Billigproduktion. Man suchte grundsätzlich nach einer neuen Art der Gestaltung, die das ganze Leben mit einem Sinn für Ästhetik bereichern sollte. Es entstanden kleine Manufakturen und Ateliers, die mit anspruchsvollen Produktkonzepten einen neuen Stil kreierten und eine Rückkehr zu künstlerisch-handwerklichen Produktionsformen vorlebten.

Jugendstil als Ausdruck neuer Kunst

In Deutschland war die künstlerische Wochenzeitschrift "Die Jugend", die 1896 in München erstmals erschien, der Namensgeber der Jugendstil-Bewegung. Der Jugendstil, auch bezeichnet als "Art Nouveau" (frz.: neue Kunst), war auf der Suche nach einer völlig neuen Art der Gestaltung abseits von nationalistischem Prunk. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts waren die Goldschmiede und Künstler in Europa vielerorts auf der Suche nach einem bürgerlichen oder nationalen Stil, bei dem meistens die Formen der Romantik, der Gotik, der Antike oder der Natur nachgeahmt und häufig gedankenlos kombiniert wurden. Der Schmuck des Jugendstils durchbrach dieses Muster und positionierte sich davon unabhängig als eine eigenständige schöpferische Leistung, bei der die dekorative Wirkung, die künstlerische Gestaltung und die handwerkliche Perfektion im Vordergrund standen. Die mit Symbolen und Ornamenten spielende Variante des Jugendstils war hauptsächlich in Frankreich und Belgien verbreitet und stellte nur ein kurzes Zwischenspiel in der Moderne dar. Im deutschen Jugendstil, der Wiener Werkstätte und vor allem in der Darmstädter Künstlerkolonie wurde mit deutlich geometrischeren Formen als in Frankreich gearbeitet.

Die Goldschmiede verwendeten Glas, Email, Bernstein, Perlmutt, Opal, Horn, Elfenbein, Bronze, Stahl und Kupfer für ihre Kreationen. Auch das Zellen- und Grubenemail wurde wiederentdeckt. Die Linienzüge waren weich, schlicht und bildeten geschmeidige Formen in einem harmonischen Ganzen. Als Motive wurden nackte Frauenkörper, Pfauen, Fabelwesen und Pfanzenornamente gewählt, die sich nicht nur als dekorative Elemente zeigten, sondern auch Kraftlinien und Triebkräfte offenbarten. Diese wurden von Kunsthistorikern als Zeichen für die im 19. Jahrhundert unterdrückten Gefühle des Organischen und Weiblichen gedeutet.

Sarah Bernhardt, die berühmte "femme fatale" ihrer Epoche, erkannte die kommunikative Wirkung dieses Schmucks und ließ sich sinnliche Arbeiten von den berühmten Pariser Künstlern René Lalique und Georges Fouquet anfertigen. Sie drückte damit, wie andere weibliche Bhnenstars auch, ihre sexuelle Macht und Unabhängigkeit auch über ihren Schmuck aus. Damit war sie für Tausende von Frauen in Europa und den USA ein Vorbild. Und obwohl sich nur sehr wenige diesen Schmuck leisten konnten, wurde der Jugendstil-Schmuck erstmals zu einem femininen und künstlerischem Accessoire, das sich bewusst vom rein dekorativen, prestigeträchtigen und traditionellen Juwelenschmuck abgrenzte. Denn die prägenden Goldschmiede des Jugendstils wollten nicht nur dem prestigesächtigen Bürgertum dienen, die sich mit kostbaren oder scheinbar kostbaren Schmuckstücken dem Lebensstil des Adels und des Großbürgertums nahe fühlen wollten. Ihre Motivation rührte vielmehr tiefer: Kunst und Handwerk sollten auf künstlerischen und gesellschaftlichen Werten basieren, die das Leben aller durchdringen und verbessern sollten. Damit wurde ein neues Leitbild erschaffen, das bis heute moderne Schmuckgestaltung von konventionellem Juwelenschmuck unterscheidet.