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  Schmuck der 40er bis 50er Jahre  
 Tradition und Neubeginn

Nach vielen Jahren unter der Naziherrschaft war es erstmals wieder möglich, völlig frei Zugang zu jener Kunst zu erhalten, die als "Entartete Kunst" versperrt gewesen war. Durch den Wiederaufbau der zerbombten Städte und dem Nachholbedarf war es schwerer, dort anzuknöpfen, wo der Krieg eine Weiterentwicklung der verschiedenen Einflüsse unterbrochen hatte. Während des Kriegs und in den Nachkriegsjahren wurde das Luxusgut Schmuck mit hohen Steuern versehen. In Großbritannien variierten diese zwischen zehn Prozent (1943) und 125 Prozent (1947). Wie bereits in den 30er und 40er Jahren bewegten sich viele Schmuckkreationen zwischen traditionellen Elementen und dem experimentellen Spiel mit neuen Möglichkeiten- dies war ein typisches Merkmal der übergangszeit.

Ein bunter Mix verschiedenster Stile

Weltweit gab es unterschiedlichste Strömungen in der Schmuckkunst, die vom Stil sehr voneinander abweichen konnten. Vor allem in den USA, insbesondere in New York, entwickelten sich neue starke Impulse, die die Kunst in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts wesentlich prägen sollten. So war im Schmuck der Geist des Bauhausweiter sichtbar, beispielsweise bei Broschen oder Anhängern mit strengem tektonischen Aufbau, einer Reduzierung auf wenige Formen und dem Spiel mit Kontrasten zwischen Linie und Fläche. Das Material war der Form untergeordnet und einfache Schmucksteine ersetzten funkelnde Farbsteine als Farbfläche. In Deutschland zeigte sich eine breite Vielfalt an Arbeiten. Die wiederentdeckte Granulation mit antikisierenden Motiven wie bei den Etruskern war ein Thema, aber auch farbenprächtige Arbeiten mit Edelsteinen: festlich und repräsentativ in ihrer Wirkung, das Schmückende betonend, stellten diese das Material und dessen Wirkung in den Vordergrund. Auch menschliche Figuren, wie Nixen und Frauen, fanden ornamental einen Platz in goldenen Broschen und strahlten eine heitere, unbeschwerte Welt wieder, frei von den Schrecken der Kriegsjahre. Vereinfachte Formen und fließende Linien zeigten sich in eleganter Geschmeidigkeit, die die Wirkung des glänzenden Metalls zum Vorschein brachten.

Neue Blütezeit des Juwelenschmucks

Auch der Juwelenschmuck erlebte eine neue Blütezeit, da sich nach dem kriegsbedingten Rückgang der Produktion der Markt rasch erholte. Der "New Look" von Christian Dior von 1947 unterstrich die weiblichen Formen und war der ideale Nährboden für den Juwelenschmuck, der zusammen mit einem nie da gewesenen Starkult in Hollywood eine Rückkehr feierte. Nach den entbehrungsreichen Jahren schien die neue Mode Ausdruck einer wiedererwachten Lebensfreude zu sein. Schmuck aus Gold, Edelsteinen und Perlen trat in diesen Kreisen entweder sehr klassisch auf oder wurde Accessoire der Mode. Paris, als Zentrum der Schmuckavantgarde im Jugendstil und im Art Déco, spielte seither so gut wie keine Rolle mehr im modernen Schmuckdesign. Eine Erklärung könnte die Entwicklung der damaligen Mode sein, deren Geschmack und visuelle Sprache mit der von Hollywood verschmolz und die das weibliche Geschlecht zu Wespentaillen, Miedern und Korsetts zwang, die sie nach dem Barock schon einmal dankbar abgelegt hatten. In Wirklichkeit ein Rückschritt für die Frauen, die bereits im Jugendstil und Art Déco ihre Bewegungsfreiheit demonstrierten. In Deutschland fanden sich die Frauen der 50er Jahre zunächst in traditionellen Rollenmustern, nachdem sie zuvor den Wiederaufbau der zerbombten Städte übernommen hatten.