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  Schmuck der 50er bis 70er Jahre  
 Neuer Schmuck als künstlerisches Ausdrucksmittel

Das Wirtschaftswunder und die damit gesteigerte Kaufkraft veränderten die Nachkriegsgesellschaft von Grund auf. Moderne Konsumgesellschaften entstanden, die sich durch neue Massenmedien und die Werbung, die sich den Möglichkeiten der Manipulation wie nie zuvor bediente, beeinflussen ließen. Gleichzeitig rebellierten in den 60er Jahren nicht nur die Studenten gegen das rückwärts gerichtete Frauenbild. Die moderne Kunst, Musik und Mode provozierten mit radikalen Ausdrucksformen und beeinflussten die öffentlichkeit und auch die Schmuckgestalter wie nie zuvor.

Die Funktion des Schmucks veränderte sich ebenfalls und wurde zum Ausdrucksmittel des Gestalters. Dieser konnte mithilfe des Schmucks Aussagen über seine Person treffen. Und zugleich wurde der Schmuck für seine Träger zum Mittel der Selbstdarstellung, mit dem ein Statement abgegeben wurde. Der Schmuck wurde in dieser Zeit zudem durch ein verstärktes öffentliches Interesse aufgewertet: Schmuckdesign wurde für Wettbewerbe ausgeschrieben und die Exponate einzelner Schmuckkünstler wurden in Ausstellungen, Museen und Galerien präsentiert.

Es gab auch Schmuckgestalter, die nahezu unberührt von aktuellen Entwicklungen arbeiteten und im klassischen Stil Schmuck kreierten. Und auch die Sehnsucht nach Glanz und Glamour existierte nach wie vor. Nicht zuletzt erlebte daher die Schmuckindustrie in Europa einen kräftigen Boom. Moderne Designkonzeptey jedoch, wie beispielsweise in der Elektroindustrie üblich, gab es in der Schmuck verarbeitenden Zunft vor 1970 noch nicht. Fabrikanten aus den deutschen Schmuckmetropolen eine Reise nach Paris, um sich in den Auslagen der Nobeljuweliere Inspirationen zu holen.

Die Aufmerksamkeit jedoch, die moderne Kunst nun erhielt, war für viele Schmuckgestalter ein wichtiger Antrieb, dieses Potenzial auch auf den Schmuck zu übertragen. Das moderne Schmuck-Design wurde von Goldschmieden entwickelt, die im Zeitraum zwischen 1900 und 1940 geboren waren. In dieser schwierigen Zeit, in der es an Kunstschulen oft am Notwendigsten fehlte, erblühte eine vitale Bewegung in der Schmuckgestaltung. So beobachtete man in den späten 50er und 60er Jahren ein neues Verständnis von Schmuck und seiner Gestaltung, der die Einflüsse der Bildenden Künste aufnahm und ihn als selbstständiges künstlerisches Ausdrucksmittel sah. Der Schmuck korrespondierte mit neuen Stilrichtungen der Kunst, die gleichzeitig nebeneinander existierten. Hier sind das Informel, der Neokonstruktivismus, die Pop-Art und der Künstlerschmuck zu nennen:

Informel

Schmuckgestalter wie Hermann Jünger propagieren einen unbefangenen, spielerischen Umgang mit Materialien und Formen. Das Zufällige scheint zu dominieren. Auch mit aufgerissenen, aufgeplatzten und verkrusteten Oberflächen wird gespielt.

Neokonstruktivismus

Friedrich Becker kreiert kinetischen Schmuck mit integrierten Kugellagern, der auf rein geometrische Formen reduziert ist.

Pop-Art

Die Pop-Art beeinflusste den Modeschmuck und das Entstehen neuer Schmuckelemente, beispielsweise Buttons. Der Reiz skurriler Fantasie führt zu Schmuck mit Details von menschlichen Körpern oder aus unkonventionellen Materialien, beispielsweise Elektrodraht.

Künstlerschmuck

Auch Maler und Bildhauer interessieren sich für die Schmuckgestaltung. Die Visionen des Surrealismus, Einflüsse aus dem Comic oder verletzte Oberflächen werden im Schmuck dargestellt. Im freien Spiel der Materialien ist Acrylglas (Plexiglas) sehr beliebt, Schmucktechniken wie Schmoren und Elektroforming werden eingesetzt.